Keine Weihnachtskarten. Oder doch?

DASS es keine Karten gibt, hab’ ich bereits geschrieben. Und obschon jetzt dank (hab’ ich gerade dank gesagt?) eines Zufalls doch noch die Möglichkeit besteht, dass ich mich anders entscheide, möchte ich hier noch die Begründung liefern.


Gerade weil wir Schweizer sehr traditionsbewusst sind, erhält in der Vorweihnachtszeit wohl jeder Geschäftspartner mindestens ein Kilogramm Weihnachtskarten, Neujahrswünsche und mehr oder weniger sinnvolle Mini-Geschenke.

Versetze ich mich in die Lage des Kunden, dann würde ich mich über jedes Geschenk freuen, wobei die Freude proportional zur Sinnvolligkeit steigen würde. Von Firmen, die “nur” Karten schicken, womöglich vorgedruckte ohne Original-Unterschrift, würde ich denken, dass für ein schlaues Geschenk sie entweder zu arm oder ich zu unwichtig bin. Ein “Nur-Karten-Versand” würde sich bei mir deshalb wohl kontraproduktiv auswirken. Aber da ich ohnehin anders ticke als der Durchschnitt, kann das als Grund nicht (allein) ausschlaggebend sein.

Es ist viel mehr die Flut an Karten, die mich davon überzeugt, dass man darin untergeht. Ich kenne keinen einzigen Menschen, der eine Weihnachtskarte länger als bis Neujahr aufbewahrt. Und ich kenne ebenso wenig jemanden, dem eine Karte aus der ganzen Flut besonders in Erinnerung bleibt (es sei denn in Verbindung mit einem Geschenk).

An Weihnachten versuchen dermassen viele Firmen ihren Kunden zu danken und alles Gute zu wünschen, dass meine Glückwünsche schon gar nicht mehr auffallen. Sowohl wenn sie verschickt werden, wie auch wenn sie eben gar nicht erst verschickt werden.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich will – wenn schon – irgendwann im Jahr etwas Witziges, Kreatives oder Tolles schicken. Dann stehe ich mit meiner Karte (und Geschenk) alleine da, ohne Konkurrenz, und geniesse die vollste Aufmerksamkeit meines Geschäftpartners.

Nun gut, bleibt nur noch die Frage, ob ich dann das Jahr durch auch dran denke, irgendwann mal noch etwas in die Richtung zu unternehmen. Aber das ist, da gebt ihr mir doch recht, ein anderes Thema.

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